Montag, 31. März 2008

Sonne, Strand und Mehr

So nun endlich Fotos vom Strand :)
Ich musst selber lange darauf warten...nicht auf die Fotos, sonder bis ich endlich mal die Zeit finde dahin zu fahren. Insgesamt waren wir 10 Stunden hin uns 16 Stunden zurück mit dem Auto unterwegs, da sind noch nicht die 4 Stunden eingerechnet, die es dauert, von Loanda nach Maringá, Denn von da aus ging es los...ein Kanadier, ein Marokkaner, eine Brasilianerin und natürlich habe ich ruhmreich unsere Nation in diesem Länderspiel vertreten.Leider musste ich nach dieser Reise feststellen, "DAS LAND IST RIESIG!" denn das waren mit dem Auto, eine Strecke 850km, insgesamt sind wir 1800 gefahren...und das war nur ein kleines Stück in Brasilien! Hier ist mal eine Karte, damit ihr mal einen Eindruck bekommt, wo ich war und was für Strecken man zurücklegen muss...ihr müsst natürlich die Erdkrümmung berücksichtigen, die Goggle mit rein bringt, dadurch sieht es sogar machbar aus...


Dan und Ich sind am Donnerstag früh so gegen 6:30 los, da unsere Cheffin am gleichen Tag nach Maringá wollte wie wir. Die Autofahrt war nach 2h zu Ende und wir waren am Ausgangspunkt, zwar viel zeitiger als wir wollten, aber dadurch ersparten wir uns 4h Bus zu je 12 Euro...
Noch was eingekauft, das Auto ausgeliehen und noch ne Stunde aufs Ohr gehauen und dann ging es auch irgendwann los...so ca. 22Uhr ich war Fahrer für unseren Trip, da nur Ich mit dem Auto versichert war. Wir erreichten unser Ziel am Freitag so gegen 8 Uhr. Man muss erwähnen, dass unser Ziel nicht direkt Florianopolis war, sondern die "Ihla de Santa Catarina" und da in den Süden der Insel, da der Norden sehr Touri und teuer ist. Das bedeutet natürlich auch weniger Bikinis(ich meine nicht weniger Stoff ;))aber dafür mehr Natur, was mir auch lieb war, da ich kein großer Fan von überfüllten Stränden bin. Die Insel ist bekannt für die große Anzahl an schönen Stränden und auch für die sehr guten Bedingungen für Surfer.Leider hatten wir nicht genug Zeit um Surfen oder Sandboarding machen zu können, da wir die ganze Zeit beschäftigt waren die vielen Strände zu besuchen um einen Eindruck von der Insel zu bekommen. Das Wetter hat einigermaßen mitgespielt...leider keine pralle Sonne, wie man es sich vorstellt, sondern immer etwas diesig, aber trotzdem gut speziell am zweiten Tag. Und nun Bilder:
Unser Zelt, genug Platz für vier Personen
Der 1.Strand, 5 min zu Fuß vom Zeltplatz(Blick nach Rechts)
Blick nach Links...die ersten Minuten am Strand, nach einer Anstrengenden Reise
Dan beim Baden mit surfern im Hintergrund(Ich hoffe man kann die kleinen Köpfe sehen)
Und so verbrachten wir ein paar Stunden mit den grünen Bergen im Hintergrund, bis die Sonne zu heiß wurde :)
Und dann ging es schon weiter...vorbei an einem großen See, ab zum nächsten Strand Hier war schon etwas mehr los Sogar mit Standliegenausleihe. Leider waren wir zu fertig um es richtig zu genießen obwohl wir eigentlich noch fit aussehen, oder? Wir beschossen also solange wir noch können noch weiter zu fahren um so viel wie möglich zu sehen...und so sind wir vorbei an Booten und so ging die Reise Weiter, bis es nicht mehr ging und wir wieder zurück zum Zelt sind um eine Stunde oder auch zwei zu schlafen, am Abend dann noch mal an den Strand...
Am nächsten Tag ging es dann noch weiter in den Süden der Insel, mit besserem Wetter... es war einfach genial da...was soll man da noch sagen...außer lass doch mal ein Bier trinken und die Zeit genießen...was wir dann auch in dem Sichelförmigen Strand gemacht haben, der nur zu Fuß erreichbar ist
Und so ist man dann zufrieden, wenn man einen Schattigen Platz unter einem Sonnenschirm gefunden hat und ein Kühles Bier gereicht bekommt...leider hatten wir bis auf Klis(die Brasilianerin) unser Geld im Auto vergessen, so dass wir nur drei trinken konnten :)
Danach beschlossen wir wieder zurück zum Auto um weiter in den Süden vorzudringen und da was zu Essen Leider hatte ich meine Kamera vergessen und der Akku von Dan gab auf, aber Otmane(Marokkaner) hat fleißig weiter fotografiert...nur zu dumm, dass ich die Bilder noch nicht habe, da müßt ihr euch wohl noch mal das ganze antun, wenn ich wieder da bin und einen Gepflegten Vortrag halte ;) Am Abend ging es wieder an den Strand...es war einfach genial!
Tag Nr. drei stand leider schon wieder im Zeichen der Abreise. Also sind wir bei Zeiten los um noch den kompletten Norden noch mal abzufahren (´die Insel ist etwa 60km lang und 10 km Breit im Schnitt) Ach ja das war unser Auto...
Wir hatten es gerade noch geschafft unser Zelt einzupacken, bevor der Regen uns erreichte...wir fuhren also so schnell wie wir konnten nach Norden, dem Regen davon, was auch eine Zeitlang funktionierte, aber die Dunklen Wolken verhießen nichts Gutes. Dennoch ab zum nächsten Strand...
Alle ein klein wenig verrückt, aber das gehört wohl dazu :)
und es ging weiter...In Florianopolis hatte uns der Regen endgültig eingeholt...
Florianopolis liegt zur Hälfte auf dem Festland, die andere Hälfte auf der Insel und die ist mit zwei Brücken verbunden Ein Ziel stand noch auf unserem Programm...Porto Bello. Das soll ein Paradies für Taucher sein, aber nicht an diesem Tag...Regen und wenig Sonne. Also beschlossen wir uns noch ein letztes Mal an den Früchten des Meeres zu laben, den letzten Strand unter die Lupe zu nehmen und dann ab nach Haus und so sieht ein typisches Essen aus
Schmeckt natürlich noch viel besser wenn man direkt am Meer sitzt so wie wir...nur das Wetter !!!
Ja und das war es eigentlich...Danach haben wir uns noch ca. 6h dem Osterrückreisestau hingegeben,der sieht aber genau so aus wie in Deutschland...also brauch ich euch mit diesen Fotos nicht zu belasten :)
Regen in Brasilien ist anders...es regnet nicht einfach, sondern es Schüttet...aber das kommt auf Fotos nicht rüber
Ach ja und Religion spielt natürlich eine große Rolle hier, auch Nachts ;)

So das war es dann eigentlich von dieser Reise...nach 16 Autofahrt waren wir wieder am Ausgangspunkt in Maringá. Erschöpft, aber um einige Impressionen reicher und das Fazit liegt auf der Hand zurück kommen und mehr Zeit haben !!! Falls ich wirklich die Zeit finde, dann mache ich dass auch, denn die Insel war echt schön und Surfen muss ich auch noch mal, nur hat Brasilien zu viel andere Sachen zu bieten, so dass ich es mir genau überlegen muss !

So und nun noch eine kleine Zugabe, vom letzten Wochenende. Man kennt das ja als Student, es ist Wochenende und nichts zu Essen im Haus. Was macht man, ja richtig in Berlin geht man zu Ulrich um die Ecke, aber Hier muss man improvisieren :)
Da es Aber da keine großen Fische zu angeln gab habe ich beschlossen mich am BBQ satt zu essen.
Zwischendurch noch eine kleine Wanderung zu ein paar Stromschnellen und Bekanntschaft machen mit ein paar Bewohnern des Waldes Aber die Spinnen waren so weit oben dass man bequem drunter durch laufen konnte. Und dann gab es endlich die Abkühlung natürlich muss man man sich schwer bewaffnen, wenn man in den Wald geht ;) und natürlich steht hier alles Kopf, da wir doch auf der anderen Halbkugel sind
und wer sich fragt, ob ich schon zugenommen habe...das macht alles der Hut, der mir als Gringo wegen der Sonne verpasst wurde - ich habe mich gleich verliebt ;)

Und zum schluss möchte ich noch Licht ins Dunkle bringen, JA selbst hier sieht Kuhscheiße immernoch nach Kuhscheiße aus :)

So dann bis blad, das waren ja erst mal wieder genug Informationen aus Brasilien Wünsche Euch ne Schöne Zeit.
LG Markus

Dienstag, 11. März 2008

Was macht der Schneider eigentlich in Brasilien?

Das ist natürlich eine berechtigte Frage und der eine oder andere mag denken, dass die Antwort simpel und auf der Hand läge. Aber Nein, ich beschäftige mich nicht den ganzen Tag damit die wohlgeformten Frauen Brasiliens zu bestaunen und Nein ich trinke nicht den ganzen Tag Bier…Ich habe auch Arbeit, wie ein normaler Bürger leiste ich meinen Beitrag. Gut am Anfang war es mehr warten um ab und an den Computer benutzen können aber nun hat sich die Sache geändert. Ich habe ein Projekt bekommen. Es geht darum ein Wasserhahnventil zu entwickeln, was sich nur 90° dreht und dabei aber den vollen Volumenstrom an Wasser bewältigen kann. Ja, das gibt es schon und die Deutsch sind mal wieder vorn dabei. Die Brasilianer haben nur ein Problem mit dem sehr präzise gefertigten Keramik Teil, was sie nicht selber mach können und ein Import wäre zu teuer. Also was macht man, man holt sich junge unverbrauchte Ingenieure und lässt sie einen anderen Mechanismus entwickeln, den sie aus Metall fertigen können. Da sind noch ein paar mehr Restriktionen, aber das ist ungefähr das Grundproblem meines Projekts. Ich hatte auch eine Idee, die auch funktioniert hätte, aber leider etwas kompliziert zu fertigen und darum nicht für die Massenproduktion geeignet…schade. Aber nun Schluss mit reden, Bilder!!!
Präsentiert von Dan, eine kleine Auswahl, an Produkten die in der Firma Imperatriz hergestellt werden...also alles was man so im Bad finden kann...

Das ist ein Wasserhahnventil...mein Projekt...nur 90° komplett aus Metall


Hier nun mein Entwurf vom Innenleben eines Ventils...nicht spannend, aber meine :)




Das ist Dan in unserem Büro, wo wir die meiste Zeit sind, am Schreibtisch von dem einzigen Ingenieur in der Firma an seinem Computer...ich hoffe das ist kein endgültige Lösung, da es echt stressig ist, keinen eigenen Rechner und Schreibtisch zu haben

Das ist Amanda, unser Dolmetscher und ich auf der Warteposition um an den Rechner zu kommen :)


So, soviel zum Thema Arbeit und so...

Nun möchte ich zum Thema Wohnen in Loanda überleiten.

Zuerst haben wir in einem Hotel gewohnt, für ganze 2 Wochen und sind danach in ein Haus umgezogen. Hier habe ich ein paar Bilder, leider nur von Innen...

So sah es aus, wenn man das Zimmer betreten hat...nur ein Raum mit Schrank der kaputt war, einen TV dessen Bild nur grün war zwei Betten und ein Kühlschrank, der für uns extra dahin gestellt wurde...wir haben auch ne Menge bezahlt für die Absteige. Ach ja, ein Bad gab es auch, was auch eigentlich ganz ok war, es hat zwar komisch gerochen, aber es war alles da...bis wir dann 3 Tage vor Auszug einen kleinen Kabelbrand an der Dusche hatten und von da an gab es nur noch kaltes Wasser...und selbst in Brasilien möchte man nicht aufstehen und nur kaltes Wasser haben zum duschen.


So, und nun noch ein Bild von einem Weggefährten den wir im Hotel kennengelernt haben...Sein Name war Franky...er wohnte mit uns und auch in unseren Sachen. Auf jeden Fall besser als diese riesigen Ameisen, die wir sonst noch unsere Haustiere nennen durften.



Und nun kommen wir zum guten Haus und unsere hoffentlich endgültigen Bleibe. Ich habe ein Videotour durch unser Haus gemacht und das auch ins Netz gestellt, bei Picasa: http://picasaweb.google.com/markus.schneider.berlin/Videos

Das Video war zu groß um es direkt hier hineinzustellen. Man verzeihe mir bitte alle Wortfindungsstörungen und andere sprachliche Entgleisungen.

Nun aber zu den Freizeit Aktivitäten...

Ich habe es immer noch nicht geschafft an den Strand zu kommen, zumindest nicht ans Meer, dafür waren wir an einem sehr großen Fluss in der nähe und da wurde mit dem Motorboot zu einer Insel mit Strand übergesetzt um dann da ein Sonnenbad zu nehmen und um Jetski zu fahren. Das war einfach genial, mit ca 100km/h über das Wasser...das war schon verrückt. Leider habe ich meine Kamera im Auto liegen lassen, da ich mir nicht sicher war wo es jetzt hingeht und was nun gemacht wird, naja Dummheit muss bestraft werden. Darum keine Fotos, aber wir werden das noch mal machen und dann...

Außerdem waren wir letztes Wochenende bei einem Rodeo zuschauen. Die Leute die das Leidenschaftlich machen, nennen sich Gauschos und sind vorwiegend im Süden Brasiliens anzutreffen. Es geht darum eine Kuh innerhalb von 100m mit dem Lasso zu fangen . Und so sieht ein Gaucho aus...Paulo Afonso mit Frau = eine meiner Chefs

Ich sehe mit diesem Hut schon verloren aus, dann stellt euch mal vor wie ich in Voller Kluft aussehe :)

Dan steht der Hut schon eher

Und so sieht es dann am Start aus...

Und so sieht es dann gegen Ende der 100m aus... und dann sind da ja noch die Männer, die hinter diesem Sport stehen. ist ein Teamsport, daher die einheitliche Kleidung.

Ja auch die Härtesten Männer haben eine Weiche Seite...Paulo Afonso mit seiner einjährigen Tochter, die es geliebt hat mit ihm zu reiten :)
Und dann kam meine große Stunde...ich durfte auch mal reiten. Ich bin noch nie geritten. Es war eigentlich ganz toll, bis auf das ich wahrscheinlich zu verkrampft war und es bei hohen Geschwindigkeiten mich einfach nur durchgeschüttelt hat. Ach ja, natürlich ritt ich in der Arena, war aber kein Problem für mich, da eh schon jeder wußte, dass die Gringos hier sind. Dadurch, das Paulo Afonso das ganze Spektakel organisiert hat, wurden wir natürlich über die riesigen Lautsprecher persönlich vom Stadionsprecher begrüßt, sodass jeder wusste wer wir sind und woher wir kommen...und ich dachte erst, dass da ein Reiter namens Markus ist, aber als ich Alemanha hörte, war mir alles Klar...so ist das halt...aber man gewöhnt sich an alles.

So, das war es erst mal wieder, demnächst gibt es dann Fotos vom Strand, Meer und so, versprochen, wir planen gerade einen Trip über Ostern...und da steht die Kamera nicht mehr still, bis der Akku alle ist.

LG Markus

Freitag, 8. Februar 2008

Das Abenteuer Karneval, Risiken, Eigenheiten und viel Alkohol…

So meine lieben Leser, in diesem Blog werde ich das Phänomen “Karneval“ genauer unter die Lupe nehmen. Glücklicherweise habe ich engen Kontakt zu einer Person, welche undercover zum Wohl der Allgemeinheit, sich freiwillig den Gefahren gestellt hat und sich dem Lebensenergie raubenden Dämon Karneval stellte. Hier an dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass wir solche Personen mehr ehren sollten…sie sind Helden…Es war schon immer so, dass bevor ein Dummy ins Auto gesetzt wurde, um den neuen Airbag zu testen, sich ein lebender Mensch ans Steuer gesetzt hat um Testergebnisse zu sammeln. Es mag sein, dass wir heute in der Lage sind solche Selbstversuche in einem Großteil des Alltags durch Experimente zu ersetzen. Aber dennoch gibt es einige Bereiche, deren Rahmenbedingungen zu komplex oder gar nicht zu imitieren sind, so dass ein realer Versuch mit freiwilligen Humanoiden unausweichlich ist. Denn hierbei haben wir es mit verschiedenen Einflussfaktoren zu tun, wie zum Beispiel: Alkohol und dessen Sinnesverzerrungen, Schlafentzug, Dehydration, einseitige Ernährung und sonstige externe Reize. Um den Versuch zu verifizieren haben sich vier Freiwillige gemeldet, ein Kanadier, ein Marokkaner, ein Kolumbianer und ein Deutscher. Hier sind Fotos der Probanten vor bzw. während dem Experiment...

links Daniel aus Kanada






rechts unser Marokkaner Otsch


nicht mehr ganz frisch, aber bekannt
unten rechts der vierte im Bunde...Chris aus Kolumbien





Anreise: Jedes Abenteuer beginnt in der Regel mit einer Reise. Es sollte uns knapp einen Tag kosten nach Diamantina zu kommen. Zu erst nahmen wir den Bus von Maringá nach Sao Paulo, von da aus mit Flugzeug nach Belo Horizonte um uns dort ein Auto zu mieten und schlussendlich nach 5 Stunden risikoreichen überholen und schlechter Straßen, in Diamantina anzukommen. Alles in allem haben wir für diese Strecke 23 Stunden gebraucht…und wir hatten keine Pausen und Aufenthalte…der Zeitplan war eng!!! In Brasilien werden die meisten Güter, aufgrund fehlender Güterverkehrsinfrastruktur mit dem LKW transportiert. Das hat dann zur Folge, das man ständig hinter langsamen LKWs am Berg hängt und echt Probleme hat sie bergab zu überholen, da die Fahrer alles geben um so viel wie möglich Schwung mitzunehmen für den nächsten Berg. Ich war Fahrer und lasst euch eins sagen, es ist eine andere Welt!!! Aber alles ist gut gegangen und wir erreichten heil unser Ziel.





Das ist eine Typische Straßensituation...lange Autoschlangen und es wird überholt wo es nur geht, da spielen Verkehrsregeln nicht die große Rolle
Das ist ein Lkw wie sie zu hunderten durchs Land fahren... meiner Meinung nach etwas überladen






und dann noch diese Landschaft, an der man vorbeirauscht...ich war einfach hin und weg. Ihr müsst mal draufklicken, in Groß sieht man besser ;-)


Karneval: Wenn man sich umhört, wo denn der beste Karneval in Brasilien stattfindet, dann hört man von den Jugendlichen und jung gebliebenen "Diamantina" und von den gesetzteren Leuten "Salvador" oder "Rio"… Immer wenn ich von meinem Karneval erzähle und die Leute frage, ob sie schon mal da gewesen sind, dann bekomme ich immer als Antwort, "noch nicht", aber gern mal hinfahren würden…ist halt etwas teuer. Es nicht der Karneval an sich, der so viel kostet, sondern das Reisen. Ich habe insgesamt 500€ ausgegeben, inklusive Essen und Trinken!!! Wenn man mich fragt, was ich erwartet habe, dann ist es sicherlich nicht das was ich dort vorgefunden habe. Es ist nicht so wie man es aus dem Fernsehen kennt, Sambaschulen, bunte und riesige Kostüme, Frauen oben ohne(oder zumindest spärlich mit Textilien ausgestattet) und lange Paraden, sondern es war einfach verrückt… Es läuft so, dass sich jemand ein Haus mietet und dann Leute eingeladen werden, bis die Kosten gedeckt sind. So kam es, dass wir ca. 25 Leute waren, in einem recht kleinen Haus. Es ging sogar so weit, dass ich trotz Isomatte und Schlafsack keinen Schlaflatz gefunden habe. Es war einfach kein Platz! Also habe ich jeden Abend versucht im Freien im Hinterhof zu schlafen, was aber jeden Tag durch mal mehr mal weniger heftigen Regen abrupt unterbrochen wurde. Also blieb mir dann nichts anderes übrig als mitten in der Nacht noch in einen Flur umzuziehen und damit zu rechnen, dass meine Nacht wie immer kurz wird, da alle Leute an mir vorbeirammeln und mich aufwecken. So kam es, dass man es selten auf mehr als 4 Stunden Schlaf pro Tag gebracht hat. Der Morgen begann immer damit, dass die Jungs sich erst mal ein Stück Fleisch, ich meine nur Fleisch, gebraten haben um den Hunger zu stillen um dann anschließend sich dem harten Alk oder auch nur dem Bier zu widmen. Um es mal in Zahlen auszudrücken…zw. 9-10 Uhr essen und spätestens ab 11uhr wieder ins Training, denn der Tag ist ja noch lang. Ich will damit nur andeuten, dass getrunken wurde, aber in solchen Massen, dass es nicht mehr als trinken durchgeht, sondern ohne Probleme den Status saufen bekommt. Im weiteren Tagesverlauf setzt man sich vor das Haus, lässt ein wenig die Hüften kreisen, zu Musik, die aus geparkten Autos oder aus Häusern kommt und schaut den Leuten zu die schon wieder in die Stadt pilgern, bis man schließlich selber in Stadt zieht. Zwischendurch kommt man immer mal wieder zurück um noch mal nachzutanken und so geht das dann bis 4,5,6,7 Uhr in der Früh. Es war echt gut...aber mehr als 4 Tage??? keine Ahnung ob das noch Gesund ist...





vor unserem Haus...leider kenne ich nicht die Namen aller, darum beshränke ich mich mit Namen auf die vier Probanten


Ich sprach Eingangs von Einflussfaktoren...hier sind ein paar:



die Damen des Hauses





unser bescheidener Vorrat...

Und so ging es dann in der Stadt ab !!!!

Hauptbühne in der Stadt



















hier war was los



Die selbe Straße aus der andern Richtung






Noch ein paar andere Bilder...











Rückreise: Die Rückreise traten wir nach 4 absolut anstrengenden Tagen gegen 12 Uhr an. Nach dem es den ganzen Vormittag geregnet hatte waren wir zu mindest froh, das es einigermaßen trocken war. Ich habe mal ein wenig aus dem Bus heraus gefilmt und mit Musik, direkt bei der Aufnahme, hinterlegt. Es war eine wunderschöne Landschaft, zu mindest in meinen Augen. Ich habe aus den einzelnen Filmen einen gemach, zu mindest versucht. Ich dachte mal es wäre ganz interessant zu sehen, wie die Landschaft so ist. Also schaut es euch an, aber erwartet nicht so viel von meiner Schnitt- und Aufnahmeleistung. Qualität hat leider beim Komprimieren gelitten.






Fazit: Ich hatte ja auch von Risiken gesprochen…ich sage nur eins, man ist ja im Ausland um mal alles zu probieren und auch um neue Sachen zu probieren…das gilt natürlich auch für Speisen und Getränke. Dennoch sollte man immer aufpassen was man isst, oder es ergeht einem so wie mir. Ich weiß nicht ob jeder weiß, dass sich schon vor längerer Zeit mein Körper dazu entschlossen hat die Verdauung von Erdnüssen strikt zu verweigern… Daher muss ich immer aufpassen, dass ich keine esse, oder ich werde Stammgast auf dem stillen Örtchen. Es kam also wie es kommen musste. Im Übereifer habe ich nicht genau nachgefragt, was denn da so drin ist, in dem komisch blubbernden Cocktail. Was sowieso keinen Sinn gehabt hätte, da ich nicht weiß was Erdnuss auf Portugiesisch ist. Also was soll`s, runter mit dem Zeug…das bereute ich dann eine Stunde später, als ich dringend zum Haus zurück musste. Danach habe ich erst mal eine Zwangspause mit dem Trinken einlegen müssen, um wirklich alle Reaktionen abzuwarten. Aber da ich Sohn eines Apothekers bin, hatte ich natürlich die entsprechenden Mittel dabei um dem ganzen einen Riegel vorzuschieben. Somit konnte ich, Dank der heutigen Medizin, nach gut einer Stunde wieder mich dem Bier zuwenden...;-)

Was ich oben vergaß zu erwähnen, ist die Sache mit den Frauen…Frauen auf dem Karneval sind Freiwild. Das merkt man spätestens wenn man sich von den Brasilianern erklären lässt, wie das abläuft. Also Lektion Nummer 1.) Man(n) geht nicht freundlich zu einer Frau hin und fragt sie, ob sie nicht an einem Kuss interessiert sei, Nein, man schnappt sie sich einfach. 2.) Man(n) versucht die Frau zu küssen, ob sie will oder nicht 3.) Falls es der Frau gelingt sich zu befreien, aus der Umklammerung, macht nichts, die nächste kommt gleich vorbei 4.) Man(n) hat Erfolg, küsst ein wenig und geht dann einfach weiter, oder die Signale waren so eindeutig, dass man sich evtl. zurückzieht. 5.) Was im Karneval passiert, passiert halt, im Nachhinein muss Man(n) oder Frau keine Rechenschaft ablegen darüber was man so getrieben hat. Darum ist auch Karneval in Brasilien der Grund Nr.1 warum man seine Beziehung beendet. Ich finde das ganze mit den Frauen und ihrem Freiwild-Dasein während des Karneval ziemlich befremdlich und ich würde meinen, dass keine europäische Frau damit klar kommen würde.

Schlussendlich sind wir vier um einige Erfahrungen reicher und völlig ausgepowert nach 20 Stunden Rückreise wieder heil in Maringá angekommen und können uns nun mit ruhigen Gewissen zurücklehnen, dass wir wahrscheinlich den ultimativen Karneval miterlebt haben.

Noch ein kleine Bemerkung zu den Kommentaren…leider war es mir noch nicht vergönnt, den Strand zu sehen, da der ca. 6 Stunden mit dem Auto entfernt ist, darum gibt es auch noch keine Bilder davon, aber wenn ich da war, dann sind sie natürlich sofort im Netz. Und Bilder wie ich in der Dusche überrascht wurde kann ich leider auch nicht liefern, da ich nicht immer eine Kamera dabei habe ;-). So das war es erst mal wieder von mir, das nächste Mal melde ich mich aus Loanda. Am Montag soll es losgehen mit dem Praktikum...schau mer mal...

Liebe Grüße Markus